7 tricks für gesünderes essen

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Letztens war ich mal auf Kur. Alles war wunderbar, liebe Leserxs. Wunderbar und manchmal direkt ein wenig stressig denn ich konnte, nein ich musste dauernd etwas auswählen. Kneipp, Ayurveda, TCM, TEM, Basisch und Fasten gab es da. Und die jeweiligen Therapien dazu. Dann auch noch sechs Arten von Essen: klassisch, vital&leicht, basisch, ayurvedisch, vegan, vegetarisch&vollwertig. Für die meisten Gäste war die Wahl einfach, denn die waren eben Veganer, oder Vollwertfreaks oder auf Ayurveda oder Basendiät. Für mich als begeisterte No-Drama-Eaterin ohne Diätvorschrift spielte das Restaurant alsbald alle Stückeln. „Das Linsencurry ist basisch, möchten Sie da vorher noch die Broccolisuppe aus dem Vollwertmenü? Und eine Nachspeise? Vielleicht die Powidl-Pofesen aus dem klassischen Menü?“ Ja, sagte ich meistens, ja bitte sehr gern. Das Essen war so vortrefflich gekocht, dass ich bald einmal genüsslich kauend da saß und ganz von selbst begann, wieder richtig zu schmauen. Da kam ich dann mit halben Portionen aus und was soll ich sagen? – am Ende der Woche hatte ich trotz Megaschlemmen ein Kilo abgenommen.

©klinkin-carrot-pixabay.com

Zu Hause war es dann herrlich, wieder einfach und klar zu kochen. In meine Gemüselaibchen kommen nur zwei Arten von Gemüse rein und etwas Schafskäse. Abgesehen von den Eintöpfen zur Resteverwertung halte ich meine Rezepte ebenso einfach. Jamie Oliver war mir da ein Vorbild mit seiner genialen 5-Zutaten-Küche. Ausserdem bringt man so den Eigengeschmack der Grundzutaten besser zur Geltung. Denn es ist öde, jeden Tag eine Suppe „mit alles drin was ich gerade habe“ zu essen.
Mit ein paar kleinen Tricks verfeinere ich unser Essen und mache meine Tage zusätzlich ganz einfach gesünder. Kleiner Aufwand, große Wirkung. Nichts besonderes, aber doch ein Unterschied. Hier sind meine Lieblingstricks für Sie, liebe Leserxs:

  1. Ich füge jeder Sauce, jeder Suppe, jedem Eintopf ein Löffelchen einer fermentierten Sauce oder Paste hinzu. Also Sojasauce, Miso, Sardellensauce, Hoisin oder Umeboshi. Alle diese Saucen ersetzen weitgehend das Salz. Umeboshi ist eine japanische Paste aus vergorenen Marillen und schmeckt zusätzlich noch ein wenig fruchtig. Fermentiertes nährt das wünschenswerte Mikrobiom, stärkt also die Verdauungsorgane. Ein Löffelchen genügt. „Von manchen Dingen genügt ein Körnchen um eine Speise ausgewogen zu würzen“ sagte eine meiner Kochlehrerinnen.
  2. Täglich einen Apfel. Möglichst aus dem eigenen Garten. Keeps the doctor away, as you know. This is not a joke.
  3. Zum Andicken von Suppen und Saucen oder auch Kompotten verwende ich eine kleine Prise gemahlene Flohsamenschalen. Gemahlen und wenig, das ist wichtig. Ungemahlenen und zuviel bildet ganz schnell unschöne, gallertige Klümpchen von denen der Herr KK dann meint, dass er so etwas auf keinen Fall essen kann. Flohsamenschalen quellen 50-fach auf, aktivieren und reinigen den Darm. Statt Maizena verwende ich das als heilkräftig angesehene Kuzu-Mehl der Wurzel eines asiatischen wilden Weins. Alle Ballaststoffe sind lebenswichtig für die Bakterien im Dickdarm. Gesunder Darm = gesunder Mensch. Googeln Sie mal zu den Stichworten Resistente Stärke, Propionat oder hier.
  4. Täglich einen Esslöffel Gelatine oder Kollagenhydrolysat, einfach in Suppe oder Tee eingerührt. Geschmacklich völlig neutral, die perfekte purinfreie Eiweißquelle für gesunde Gelenke. Ich bin total überzeugt, dass dies meinen Knieschmerzen vor Jahren endgültig den Garaus gemacht hat.
  5. Eine Mini-Handvoll Nüsse jeden Tag. Als Snack zu jeder Tagesezeit perfekt. Enthalten Mineralstoffe, Eiweiß und gesunde Fette. Mir ersetzen die Nüsse schon lang die Mineralstoffkapseln. Start-ups wie zb. die Firma Kern-Energie liefern ausserdem für jeden Kunden frisch abgepackt und auf Wunsch frisch geröstete ausgezeichnete Qualität zum Supermarktpreis.
  6. Ich koche mit so wenig erhitztem Fett wie möglich, meist verwende ich Ghee/Butterschmalz. Erst über die fertigen Speisen träufle ich dann etwas gutes Öl – Leinöl, Schwarzkümmelöl, Olivenöl. Das Vermeiden von Transfetten erhält mir Gefäße und Zellen gesund.
  7. Ich plane mein Kochen ein paar Tage im voraus. Das hat mir Einkaufen, Vorbereiten und eine wirklich abwechslungsreiche Küche enorm erleichtert. Ich muss kaum mehr etwas wegwerfen. Ich kann gar nicht genug betonen, wie wertvoll das ist!

Ob man es angesichts der herrschenden Ernährungstheorien gerne hören mag oder nicht: Ich finde die Ausführungen des Harvard-Professors Alessio Fasano am glaubwürdigsten von allen: Wir vertragen das am besten, worauf unser gesamtes Verdauungssystem in der Kindheit geeicht wurde. Ein Mikrobiom stellt sich nicht so schnell um wie uns derzeit gerne weisgemacht wird. Wenn die Ernährung in der Kindheit halbwegs vernünftig war, wird ein Leben lang das am besten vertragen, wofür sich in der Kindheit die entsprechenden Bakterienstämme gebildet haben. Mir hat diese Erkenntnis u.a.das geliebte Grieskoch mit Kochschokoladebröseln und Butterbrot zurückgebracht.  Und – neben dem Schmauen – ein Ende gemacht mit dem was ich auch schon glaubte, als Unverträglichkeiten zu spüren.

Gesundes Essen hat viel Facetten, oft bringen kleine Veränderungen eine große Wirkung hervor. Natürlich bin  ich neugierig, liebe Leserxs, auf Ihre Tipps und Tricks!

Herzlich, JKK

Das Beitragsbild ist von RitaE-pixabay.com

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9 Gedanken zu “7 tricks für gesünderes essen

  1. 0

    Hallo Judith,
    ein super Beitrag, den ich da gerade gelesen habe. Tolle und leicht umzusetzende Anregungen. Da werde ich einiges von ausprobieren. Bitte weiter so. Herzliche Grüße von Friederike

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    Nun bin ich auch hier auf deinem sehr interessanten Blog gelandet und habe gleich einige tolle Tipps gefunden. Vielen Dank dafür.

    Ich habe gerade meine Ernährung umgestellt, weil ich mich mehr basisch ernähren möchte. Da kommt natürlich der Tipp mit den Flohsamenschalen richtig gut. Bisher habe ich das immer nur ins Müsli gemacht. Aber stimmt, das kann man natürlich auch wunderbar dazu verwenden, um Soßen zu binden.

    Herzliche Grüße
    Barbara

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      Hallo Barbara, danke für die Blumen! Die gemahlenen Flohsamenschalen sind wirklich ein Hit, seit ich täglich eine Prise zu mir nehme ist mein Bauchwohlgefühl enorm gestiegen. Ich habe sie jetzt in einen Gewürzstreuer gefüllt, da geht es mit dem Dosieren und Einrühren besser. Viel Erfolg bei deiner Basenkur! Judith

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  3. 1+

    Danke für die guten Tipps!
    Obwohl auch eine „No-Drama-Eaterin ohne Diätvorschrift“, finde ich die Tipps sehr wertvoll und bereichernd für die Kochgewohnheiten.
    Ohne Alessio Fasano gelesen zu haben, bin ich schon immer der Meinung, dass „wir das am besten vertragen, worauf unser gesamtes Verdauungssystem in der Kindheit geeicht wurde“. Daher brauche ich auch keine exotischen Nahrungsmittel, sondern koche mit den regionalen Produkten.
    Und bei dem „geliebten Grieskoch mit Kochschokoladebröseln“ musste ich lächeln. Mein Sohn, bereits in seinen 50er-Lebensjahren, wünscht dich das von Zeit zu Zeit von mir! 🙂
    Ich habe im letzten Jahr – ohne Diät, nur bewusstes Reduzieren meiner Nahrung – 15 Kilo abgenommen und noch 5 Kilo vor mir. Ein Klacks 😉
    Der tägliche Apfel ist auch dabei, und ein täglicher Haferflockenbrei, auf den ich richtig „süchtig“ bin. Und gerade in der letzten Zeit habe ich das Butterbrot meiner Kindheit wieder entdeckt! Es schmeckt vorzüglich …

    Liebe Grüße Monika

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      Liebe Monika, danke für deinen Beitrag! Du hast völlig recht – mit saisonal und regional wird alles gleich viel einfacher. Respekt, dass du mit weniger essen so viel abgenommen hast. Das wär auch mal ein Ziel für mich … 😉
      herzlich, Judith

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      1. 0

        schöne Seite/Blog Monika und auch der sehr nette Kommentar von Judith…möchte sehr gerne auch mit ihr in Kontakt treten,wäre dies möglich?
        Lieben Dank & viele emphatische Grüße zu euch beiden…Michael

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