aufwachen

Frühmorgens tönt Vogelgezwitscher durch das offene Fenster, ich wache auf. Öffne die Augen, blinzle ein paar mal. Ich suche meinen Atem, strekke mich lang, gähne genüsslich. Rolle mich im Bett herum, strekke mich nochmal durch, länger und intensiver. Spüre mich hin zu meinem Rücken, warte intuitiv auf das Auftauchen der wohl bekannten Schmerzen. Ja klar da sind sie wieder, so ein Mist. Wie sie wohl heute werden? Schon der Gedanke macht meinen Atem etwas flacher. Ich werde eine längere Strecke Autofahren müssen, zu meiner hochbetagten Mutter. Nie gut für mein Kreuz, das Autofahren. Hoffentlich hat meine Mutter einen guten Tag. Die Erinnerung an ihre derzeitige Schwäche und die stärker werdende Demenz legt sich wie Nebel auf meinen Brustkorb. Ich schaue mich um: Der Herr KK ist längst raus aus dem Bett, sicher ist er im Garten unterwegs und sammelt Schnecken ein. Etwas Kuscheln wäre angenehm gewesen, schade. Ich muss mein Leben so nehmen wie es ist. Ich atme tief durch und irgendwie schwerer als ich es nach dem Aufwachen war schlage ich die Decke zurück und stehe auf.
Ein ganz normaler Morgen, oder? Nur drei Minuten habe ich gebraucht um nach einer guten Nacht mit ausreichend Tiefschlaf wieder „ganz ich“ zu werden. Leider, leider habe ich diese drei kostbaren Minuten dazu verwendet, mich auf die Fortführung meiner vergangenen Probleme zu programmieren und nicht um mich auf einen gelingenden guten Tag mit vielen neuen Möglichkeiten vorzubereiten! Ich habe meinen Supercomputer Gehirn angeworfen und ihm gesagt, er soll alles machen wie bisher und damit habe ich auf alles was dieser Supercomputer eigentlich kann verzichtet.

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Als ich das erste mal ein Video mit Dr. Joe Dispenza sah, traf mich diese Erkenntnis wie ein elektrischer Schlag. Die Art, wie ich meine Tage begann, beschrieb er als die allgemein übliche – eine, die ständig die Vergangenheit wiederholt. Statt dessen könnten wir, meint Dispenza, uns genauso gut auf die Zukunft ausrichten, einen idealen Tag, ein ideales Selbst visualisieren und so die kreativen Kreisläufe im Nervensystem zu unserem eigenen Besten aktivieren.
80.000 Gedanken denken wir am Tag und 90% davon sind immer die altbekannten. Wenn jemand bereits morgens immer auf die gleiche Weise aufsteht, sich wäscht, frühstückt, auf die gleiche Weise zur Arbeit fährt, die gleichen Kollegen trifft, später die Freunde, dieselbe Strecke joggt, die gleichen Serien fernsieht, das gleiche isst und trinkt wie immer – was hat sein Nervensystem am Ende des Tages wohl gelernt? Wieviel Spielraum für Veränderung hat jemand an so einem Tag erschaffen?

Was wir denken, wie wir handeln und was wir fühlen, das = unsere Persönlichkeit, sagt Dispenza. Gedanken sind die  Sprache unseres Gehirns, Gefühle sind die Sprache des Körpers. Wenn wir etwas in unserem Leben ändern möchten, können wir beginnen, anders zu denken, anders zu  handeln, anders zu fühlen. Das wird sich anfangs vielleicht fremd anfühlen, weil wir gegen alte Konditionierungen arbeiten, Neuland eben. Er empfiehlt für den Anfang zwei Schritte:
1. Wer will ich nicht mehr sein? Was will ich nicht mehr tun, denken, fühlen?
2. Wer will ich heute idealer weise sein – was will ich idealer weise denken, tun, fühlen?
Das Alte muss vom Unbewussten ins Bewusstsein kommen und geblockt werden, das Neue soll als Ideal mit aller emotionalen Kraft visualisiert und gefühlt werden. Körper und Geist können es miteinander erschaffen.

Also nochmal:

Frühmorgens tönt Vogelgezwitscher durch das offene Fenster, ich wache auf. Öffne die Augen, blinzle ein paar mal. Ich suche meinen Atem, strekke mich lang, gähne genüsslich. Rolle mich im Bett herum, strekke mich nochmal durch, länger und intensiver. Spüre mich hin zu meinem Rücken, warte auf das Auftauchen der wohl bekannten Schmerzen. STOP. Das will ich nicht mehr. Meine Schultern fühlen sich gut an, mein Atem ist leicht. So möchte ich ihn den ganzen Tag haben, leicht und frei. Das stelle ich mir gleich intensiv und bunt so vor. Wenn ich dann meine Mutter besuche STOP, vielleicht können wir es lustig haben heute, sie ist ja sowieso eine heitere alte Dame. STOP. Ich will mir eine CD einpacken für den eventuellen Stau auf der Autobahn, da kann ich dann mitrocken. Am besten fange ich jetzt gleich damit an, haha.

Das ist noch nicht perfekt, ich weiß. Aber es ist ein Anfang.
Für mich, und vielleicht auch für Sie, liebe Leserxs….

Herzlich, JKK

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2 Gedanken zu “aufwachen

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