der frühlingsatem

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Wenn der Frühling Fahrt aufnimmt, wollen nicht nur Häuser und Wohnungen geputzt und durchgelüftet werden. Unseren Atemorganen und -muskeln tut eine anständige Frühlingsbelüftung ebenso gut.
Ich stelle Ihnen heute eine Atemsequenz vor, mit der sie alle am Atem beteiligten Muskelvebindungen zu neuem Leben erwecken und die Lungen bis in den letzten Winkel durchlüften. Sie können dabei nur gewinnen: Innere Wärme, Licht, Freude, Lebendigkeit ….

Das Material für diese Sequenz stammt aus den klassischen Yogatechniken in Verbindung mit Impulsen der Atemtherapeutinnen Ilse Middendorf und Elsa Gindler. Die Übung geschieht im Liegen. Am besten morgens noch im Bett, bei geöffnetem Fenster.

  1. Strecken Sie sich genüsslich durch, gähnen Sie ein paar mal. Finden Sie eine bequeme Rückenlage.
  2. Legen Sie dann Ihre Hände auf den Unterbauch und atmen Sie dorthin doppelt ein. Das heißt: In den Bauch einatmen und bei etwa 2/3 des Atemvorgangs eine Pause machen ohne auszuatmen und gleich nochmal drauf einatmen. Der Unterbauch ist jetzt maximal herausgewölbt. Mit dem Ausatem lassen Sie alle Spannung los. Wichtig ist, dass Ihr Tun den Unterbauch, unterhalb des Nabels stark aktiviert und nicht den Oberbauch bei den Rippenbögen! Möglicherweise spüren Sie nach ein paar Atemzügen, wie Ihr Darm erfreut mit Bewegung reagiert. Machen Sie gemächlich etwa 10 solche Atemzüge.
  3. Wechseln Sie zur Brustatmung, legen Sie Ihre Hände seitlich an die Rippen. Fühlen Sie mit Ihren Handflächen, wie sich die Rippen seitlich ausdehnen und zurücksinken. Machen Sie etwa 5 solche Atemzüge. Spüren Sie, mit welcher Kraft sich der Einatem Raum nimmt!
  4. Teilen Sie nun den Brustkorb gedanklich in eine linke und eine rechte Hälfte. Atmen Sie wechselweise mal nur in die eine, dann in die andere. Spüren Sie, wie sich die Hälften einzeln in die Atembewegung ausdehnen und zurücksinken. Bleiben Sie langsam, genüsslich. Atmen Sie so 5 mal pro Hälfte.
  5. Teilen Sie den Brustkorb in eine obere und untere Hälfte. Wiederholen Sie das wechselseitige Atmen etwa 5 mal pro Hälfte.
  6. Teilen Sie den Brustkorb in eine vordere und eine rückseitige Hälfte. Atmen Sie wechselnd in die Vorder- und in die Rückseite. Etwa 5 mal pro Hälfte.
  7. Teilen Sie nun den Brustkorb in vier Viertel: Links unten, rechts unten, rechts oben, links oben. Beatmen Sie die vier Viertel abwechselnd. Bitte langsam, genüsslich bleiben. Wenn Sie zu schnell oder heftig atmen, könnte Ihnen schwindlig werden, das wollen Sie nicht. Bitte mitspüren. Wenn die sanfte Bewegung Atemräume erreicht, die schon lange vergessen waren, ergibt das ein herrliches Gefühl.
  8. Am Ende lassen Sie den Atem einfach fließen wie er will und genießen den Moment. Es könnte sein dass sich zarte Gefühle von Glückseligkeit einstellen … 🙂
©Bluesnap-clouds-pixabay.com

Erlernen Sie diese Übung bitte schrittweise. Beginnen Sie mit Punkt 1. und 2., nehmen Sie dann jeden Tag einen weiteren Punkt dazu. Es besteht keine Eile. Sie haben nicht mehr Benefit, wenn Sie schnell machen. Ganz im Gegenteil, es kann sein dass Ihr Gehirn und Ihr Körper ein paar Tage brauchen, um diese komplexen Ansteuerungsprozesse klar und koordiniert zu kriegen.
Die vollständige Frühlingsatemübung dauert etwa 20 Minuten. Vom positiven Effekt werden Sie sofort profitieren, auch wenn Sie mit kürzeren Einheiten beginnen.

Wir Durchschnittseuropäer atmen etwa 3000 mal pro Tag ein und aus. Das macht über eine Million Atemzüge pro Jahr. Wenn Sie Ihre Atemräume auch nur um eine Winzigkeit erweitern, macht das in Summe ein Riesenplus an Sauerstoffversorgung und Lebendigkeit.

Atmen Sie sich gesund, liebe Leserxs.

Herzlich,

JKK

PS: Selbstverständlich ersetzt diese Übung keine medizinische Behandlung und kann nur in Ihrer Eigenverantwortung durchgeführt werden.

Das Beitragsbild ist von ©volikova11070 – pixabay.com

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