kristallwelt wattens

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Ich wollte immer mal hin. Jetzt war ich da. Es war schön.

Vor vielen Jahren traf ich in einer Ausbildung eine Frau, die dort arbeitete. Sie brachte uns auf Bitten und Drängen ganz entzückenden Schmuck mit, zu gefühlt sehr guten Preisen. Ich gestehe: damals habe ich mich in das bunte Glitzerzeugs verliebt. Sehr. Die beiden Stücke sind jetzt 30 Jahre alt und schön wie eh und je.
Seit ich Bilder von André Hellers Riesengarten gesehen habe, warte ich auf eine passende Gelegenheit. Es fand sich halt niemand, der gerne mit mir hingefahren wäre. Der Herr KK findet sowas unerträglich geschäftstüchtig, andere finden es zu kitschig oder nur für ausländische Touristen passend. Wattens ist mit Öffis urschwer zu erreichen und mit dem Auto ist es viel zu weit, das lohnt sich nicht…
Nun habe ich es alleine geschafft. Mit einer Tagesfahrt eines Reisebüros. Wattens und ein Ausflug nach Rattenberg. Morgens hin, abends retour. Ich hatte eine riesige Tasche mit Pölstern und Decken mit, um mir 600 Kilometer Autobahn mit möglichen Staus an allen Grenzen an einem Tag erträglich zu machen. Hätte ich nicht gebraucht, denn der Bus war neu, der Fahrer ein geschickter Stau-Ausweicher und die ganze Reise verblüffend abwechslungsreich.

Die Kristallwelten sind eine akribisch modern gestaltete Parkanlage mit allem, was so ein kitschliebendes Kinderherz begehrt. Natürlich gibt es den wasserspeienden Riesen am Eingang. Vow. In seinem Inneren verbirgt sich eine Art Galerie/Museum von ungeahntem Ausmaß. Gleich in der ersten Halle gab es neben dem größten geschliffenen Kristall der Welt eine Niki de Saint Phalle Skulptur und ein für Swarovski gestaltetes Bild von Keith Haring. Vow. Auch in den weiteren Räumen haben namhafte Künstler und Architekten Installationen kreiert, deren Entstehung und Bedeutung sie auf kleinen Videowalls erläutern. So gibt es einen riesigen sich drehenden Kristall-Christbaum mit jeder Menge Glitzerschneeflocken. Und Musik. Mein Kinderherz seufzte tief: Ohh, schööön!  Weitere Räume boten verschiedene Lüsterskulpturen, eine bunte Modelleisenbahnanlage mit 1000 Details einer Wunderkammer, Glasnachbauten berühmter Gebäude und mehrere bezaubernd-irritierende Licht-Farbe-Ton Installationen. In einem Raum kann man den größten je geborgenen Bergkristall berühren und seine Energie spüren. Dazu singt Jesse Norman die Abschlussarie aus Dido und Aeneas.
Ich verbrachte gut eineinhalb Stunden im Bauch des Riesen und stolperte schließlich sinnlich leicht overloaded durch den riesenhaften Shop ins Freie. So eine tolle Show hatte ich nicht erwartet. Im Park fand ich eine überdachte Liege an einer Seerosenteich-Installation und betrachtete in aller Ruhe die Glitzersteinwolken über dem schwarzen Wasser. Dahinter erhoben sich die Tiroler Berge und der blaue Himmel mit echten Wolken. Künstlichkeit und Naturschauspiel – es ist wohl eine echte Kunst, wenn das dann so zusammenpasst. Mein Kristallwelten-Erlebnis hätte besser nicht sein können.
Auf der Rückfahrt machten wir Station in Rattenberg. Ein schönes kleines Städtchen, in das ich gern alle Verantwortlichen der touristisch dahineiernden oö Gemeinden schicken würde, damit sie sehen, wie florierender Tourismus geht.
Ja, dort habe ich eingekauft ;-). Wie es halt so ist liebe Leserxs,

herzlich,

JKK

 

 

 

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