mode & stil – götterdämmerung im kleiderschrank 2

Schön dass Sie, liebe Leserxs mich weiter begleiten auf meiner Reise durch die Welt von Mode und Stil. Es gibt noch mehr Aha-Erlebnisse und die Rätsel werden gelöst.

Die Fülle ordnet sich
Im Lauf des Kurses musste ich mehrmals aus verschiedenen Blickwinkeln ordnend und sortierend durch meine ganze Garderobe gehen: Ausdruck und Persönlichkeit, Materialiencheck, Muster und Schnitte, Anlässe, Details, Accessoirs, Ausmisten, Unterwäschecheck, Styleboards erstellen … das hatte zur Folge, dass ich den Inhalt meines Kleiderschrankes recht gut kennen lernte.

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Ich musste jedes einzelne Teil mehrfach in die Hand nehmen und immer wieder prüfen: passt es zu mir, steht es mir, „tut dieses Teil etwas für mich?“ wie Guido Maria Kretschmer es ausdrücken würde oder soll es doch weg? Erfreut mich das Material, zu welchen Anlässen mag ich es anziehen, womit kann ich es neu kombinieren, was an Taschen, Schuhen, Gürteln passt dazu? Als wir in einem Modul unsere gesamte Kleidung nach den Anlässen unseres Lebens zusammenstellen sollten, fiel’s mir wie Schuppen von den Augen: Meine Paradiesvogelteile waren allesamt für einen wunderbaren Urlaub am Meer gekauft. Meine Sehnsucht nach Sonne und Sommer musste riesig gewesen sein. Oder waren die Käufe ein Mini-Ersatz für nicht machbare Fernreisen? Tief berührt ahnte ich einen Sinn dahinter und fand sie gleich noch schöner. Ich sortierte sie ein wenig aus und hängte den Rest liebevoll in einer leichten, bunten Wolke zusammen. Einmal drüberstreichen und tief einatmen …

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Stilgefühl ist kein Quickfix
In den 8 Kurswochen hatte ich wiederkehrende Schübe von großer Ungeduld. Ich wollte alles schnell verstehen und sofort umsetzen. Aha, Blau ist eine meiner Grundfarben – also her mit einer neuen blauen Hose! Und einem Blazer. Aha, lange Ketten lenken den Blick – schnell eine online bestellt. Aha, Ton in Ton strekkt die Figur – hm, da brauche ich sofort ein graues Shirt und ein weißes und … Manchmal konnte ich meine Ungeduld zähmen, manchmal nicht. Dank der Selfie-Methode, den Styleboard-Übungen der Frau Maier und dem verlässlichen Feedback aus der fb-Gruppe kaufte ich wenigstens keinen weiteren Unsinn mehr. Ich lernte zusammen mit meinen Kurskolleginnen in Geschäften viel anzuprobieren und rauszugehen, ohne etwas gekauft zu haben. Ich lernte, mit Verkäuferinnen über meine Wünsche und Ideen zu sprechen. Eine echte Herausforderung für mich war zu lernen, dass Kleidung NICHT passt wenn sie so groß ist, dass man darin herumschwimmen kann. Allerdings erkannte ich auch, dass ich eng anliegende Kleidung nicht mag – ich fühlte mich immer wohler mit etwas mehr Bewegungsfreiheit. Ich lernte Onlinebestellungen gnadenlos zurückzusenden wenn auch nur ein kleines Detail nicht stimmte. Denn was nützt das schönste Rot einer Bluse wenn die Ärmel zu lang sind? Was nützt der tollste fließende Stoff wenn es gleich einmal den Ausschnitt nach hinten zieht? Es gibt 101 gute Gründe etwas sicher nicht zu kaufen, glauben sie mir liebe Leserxs.
In den mittleren Kurswochen war ich öfters ziemlich durch den Wind und fühlte mich komplett unrund. Nichts passte perfekt, zuwenig passte zueinander, meine Kombinationsversuche wirkten langweilig und ungeschickt. Immer wieder fehlte hier eine Tasche, dort ein Schuh, meine Hassliebe zu Gürteln wuchs ins Unermessliche … Das ist ganz normal, das gehört dazu und am Ende wird alles gut, sagte die Frau Maier in ihren wöchentlichen Live Calls. „Stilsicher werden“ begann ich zu begreifen, ist ein innerer Prozess der die ganze Persönlichkeit erfassen muss wenn er gelingen soll. Auch wenn werbemäßig manchmal so getan wird und stimmige Outfits oft ganz simpel aussehen – es gibt keine Kleider- und Stilrezepte, die eine persönliche Entwicklung ersetzen können.
Am Ende aber war ich halbwegs klar mit meinen Basis- und Akzentfarben, mit guten Ausschnitten für mich, ich wusste wo Nähte sitzen mussten, damit mir etwas wirklich passte. Irgendwie geläutert stand ich schließlich vor meinem Kleiderschrank und blickte auf die neu entstandene Ordnung: Eine überschaubare Fülle tragbarer und voll kombinierbarer Outfits für alle Gelegenheiten des kommenden Jahres leuchtete mir entgegen. Der etwas chaotische Rest würde sich später fügen. Ich war vollkommen zufrieden. Ein weiteres großes Vow breitete sich in mir aus.

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Im letzten Kursdrittel häuften sich Erlebnisse einer besonderen Art. StilSicher auftretend wurde ich in Geschäften ganz allgemein besser bedient. Verblüfft registrierte ich, dass ich dort und da schneller wahrgenommen wurde und wie mir schien zählte meine Stimme irgendwie mehr. Ich schien auf eine angenehme Art sichtbarer zu sein als früher. Ich machte mehr oder einen besseren Eindruck. Es schien leichter zu sein sich mir zuzuwenden. Oder fühlte ich mich nur besser und strahlte daher etwas anderes aus? Machen Kleider tatsächlich Leute? Wie war das noch: Intelligente Frauen brauchen kein ChiChi? Dass ich nicht lache.
Für einen Kurs in Sachen Stil brauchen Sie etwas Zeit, jeden Tag. Aber keine Angst liebe Leserxs, die Materie ist spannend. Sie brauchen den Willen zur persönlichen Reflexion, denn Kleidung erzählt implizit und unaufhörlich eine Geschichte über uns und es braucht Mumm sowie Fingerspitzengefühl um diese Geschichte bewusst zu erzählen. Und ich zumindest brauchte auch etwas Geld obwohl ich mir geschworen hatte während des Kurses nichts einzukaufen. Das habe ich nicht geschafft. Ein paar Ballerinas, zwei Jacken, Tops, eine Handtasche… Das Schöne daran: Ich bin mir sicher, dass mich diese Neuerwerbungen zu vielen Gelegenheiten begleiten und erfreuen werden. Denn sie passen wunderbar – mir und zu mir. Soviel ist sicher.

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PS:
Ich wäre keine gute Bloggerin wenn ich versuchte Ihnen nur eine Art der Stilberatung schmackhaft zu machen, liebe Leserxs. Ich habe vielerlei Angebote der StilberaterInnenbranche recherchiert. Es gibt sie in Hülle und Fülle, für jedes Alter, für jede Brieftasche und für jeden persönlichen Geschmack. Es gibt überraschend viele kostenlose und qualitätsvolle online- und youtube Angebote. Die meisten Stilberaterxs wirken leidenschaftlich verbunden mit ihrem Tun. Zwei Angebote sind mir besonders aufgefallen und ich teile sie hier gerne mit Ihnen:
Stefanie Grupe führt den online-Modeclub www.modeflüsterin.de. In einer kostenlosen Basismitgliedschaft gibt es eine Menge interessanter Blogbeiträge und Tipps. Ich habe eine fünftägige Challenge „Muster erfolgreich kombinieren“ mitgemacht und war sehr begeistert von der Fülle an Information und den Ergebnissen, zu denen ich hier nach akribischer Analyse meiner gemusterten Kleidungsstücke kam.
Die kanadische Modeberaterin Lesley Elizabeth bietet ein ähnliches, eher damenhaftes Angebot auf ihrer Webseite www.workinglook.com. Ihre Videoblogs auf youtube fand ich sehr gut strukturiert und – so Sie genug Englisch können – äußerst lehrreich.
Und natürlich sind da auch die Vorträge, Impulse und Challenges der von mir sehr  geschätzten Frau Maier, auf ihrer webseite und auf youtube. Frau Maier nahm uns auf diesem ersten entscheidenden Abschnitt des Stilsicher-werdens mit unglaublich viel Verve, Engagement und Einfühlungsvermögen beherzt an die Hand bis wir begannen zu verstehen warum Stilgefühl nicht durch Kleiderrezepte ersetzt werden kann. Bis wir begannen anwenden zu können, wie Mode uns unterstützen kann, mehr wir selbst zu sein.

Schönheit beginnt im Herz, geht dann zum Kopf und von dort bis zu den Füßen, sagte sie immer. Recht hatte sie!

Herzlich, JKK

PS. Wenn Sie liebe Leserxs, demnächst einmal eine dezent atemberaubend schöne und gut gekleidete Frau erblicken sehen Sie bitte genauer hin. Es könnte sein, dass ich das bin – oder eine meiner mittlerweile zertifizierten! Stilheldinnen-Kolleginnen … 😉

 

Das Beitragsbild ist von: ©diddi4-bag-pixabay.com

 

 

2 Gedanken zu “mode & stil – götterdämmerung im kleiderschrank 2

    1. Danke Ela für dein Feedback! Ich erlebe das auch so: das ist alles viel mehr als nur passende Klamotten. Am meisten freut mich, dass bei mir eine persönliche Entwicklung angestossen wird, die mich sicher noch lange in ganz wunderbare Möglichkeiten des Lebens führen wird … Herzlich, Judith

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