schmauen reloaded

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Nach fast vier Jahren Pause hat sie mich wieder gepackt: die Sehnsucht nach der ultimativ genussvollsten Art zu essen die es gibt, dem Schmauen. Langjährige Leserxs werden sich erinnern können. Damals habe ich Ihnen erzählt, wie schön es ist sich jeden Bissen Lieblingsessen vorfreudig herzurichten, langsam zu kauen, ganz auszuschmecken und bis zum letzten Runterschlucken zu genießen.
Ich wurde bei meinem ersten Schmau-Experiment in null-komma-nix 9 Kilo leichter und all meine Magen-Darmprobleme lösten sich innerhalb weniger Tage in Luft auf. Billig war es ausserdem, denn wenn man pro Bissen 3-4 Minuten Zeit braucht um ihn richtig zu genießen, ist man nach 30 Minuten Essen bei 8-10 Bissen und – ich schwör’s – pappsatt.  So werden die Portionen klein und Sie können essen, was immer Ihnen schmeckt.

RitaE-panna-cotta-pixabay.com

Das ist vielleicht das Besonderste am „Kau-Jogging“, wie es der Entwickler Jürgen Schilling auch gerne nennt. Es gibt keinerlei Diätvorschriften. Es geht nur um das WIE, nicht um das WAS. Gesund und schlank werden sogar mit Sachertorte und Schnitzel, wenn Sie das wollen. Durch das gründliche Kauen und Einspeicheln wird im Mund schon vorverdaut, Magen und Darm haben deutlich weniger Arbeit. Die Oberfläche des flüssigen Nahrungsbreies ist im Vergleich zum Runterschlingen stark vergrößert und das macht schneller satt. Bereits im Mund enzymatisch aufgeschlossen können die Nährstoffe viel besser verwertet werden. Nach dem Essen gibt es ein herrlich sattes lang anhaltendes Wohlgefühl. Vorbei die Müdigkeit. Vorbei das Magendrücken. Völlegefühl und die Verdauungsstörungen ade …
Herr Schilling ist mit diesem Konzept in sehr guter Gesellschaft: Selbst die modernsten Ernährungs-Hardliner-Epigenetiker betonen, dass nicht das zählt was wir essen, sondern was verstoffwechselt werden kann.

Ich habe Jürgen Schillings’s Buch wieder aus dem Regal geholt und lese täglich ein paar Seiten. Einfach als Motivation. Die Schmauen-Genusstrainerin Barbara Kail spricht in ihrem Buch vom „Smoothiemaker im eigenen Mund“ und von „slow food in best mood“. Sehr anregend, wie ich fand! Frau Kail ist in der folgenden ORF-Sendung live bei Barbara Stöckl zu sehen – in einer insgesamt sehr informativen Sendung über Darmgesundheit.

In dieser zweiten Schmauen-Runde möchte ich wieder etwas abnehmen und vor allem einen lästigen Reflux und allerlei Magen-Empfindlichkeiten  loswerden. Und ich möchte länger durchhalten, am liebsten ein Leben lang. Ich weiß nicht mehr, wie es damals zuging, dass ich nach 2 Jahren Schmauen wieder zu Schlingen begonnen habe. Wahrscheinlich war ich so zufrieden, gesund und glücklich und mein Leben so ein fantastisches Abenteuer, dass ich einfach drauf vergessen habe?

Ich hätte nichts dagegen, wenn sich jemand von Ihnen, liebe Leserxs, mir anschließt. Erfahrungen mit mir austauscht. Über diese Webseite hier oder via eMail. Der entspannte Sommer ist allemal eine gute Zeit für einen Kurswechsel. Es soll ja leicht sein und heiter …
Ich werde jedenfalls hier über meine Erfolge bald berichten. Jetzt gehe ich in die Küche um das Frühstück herzurichten, denn es ist Zeit für

slow food in best mood 🙂

herzlich,

JKK

PS.:

Jürgen Schilling’s Buch „Kau dich gesund“ bietet alle nötigen Informationen und viele gute Geschichten und Hinweise zum wie, was, warum … Ein bisschen Technik-Anleitung zum Auskosten der Nahrung braucht es anfangs, denn es soll ja kein fades Essen-im-Mund-hin-und-her-schieben werden, sondern der pure Genuss.
Seine Schülerin Barbara Kail hat in ihrem Buch das Schmauen um Tipps für ein ganzheitliches Ich-bin-gut-zu-mir-Leben erweitert. Konkrete Ess-Anleitungen bietet ihr Buch jedoch nicht.

Beide Fotos in diesem Beitrag sind von RitaE – pixabay.com.

 

Erstes Update 3 Wochen später

Tag 1: Oh, es funktioniert wunderbar! Ich schmaue heute alle Mahlzeiten genüsslich dahin… hatte nicht gedacht, dass der Neubeginn so leicht wird!

Tag 4: Bin begeistert. Es bleibt ganz einfach. Meine Portionen sind viel kleiner geworden, meine Zufriedenheit größer. Heute auf der Waage 1 Kilo weg. Aufstoßen weg, Reflux weg, richtig gutes Gefühl in Bauch und Darm.

Tag 10: Uups. Ich bin in einer Gruppe lieber Leute auf Kurzurlaub mit Vollpension. Von genüsslicher Ruhe beim Essen keine Spur mehr. Ich plaudere, esse, denke an dies und das, wir lachen, reden, essen … es scheint als ob die heitere Geselligkeit jede Kontrolle über das Essen hinwegfegt. Natürlich gibt es auch mehr Sommergespritzte wegen der Hitze hier und Knabberzeugs spätabends. Mist. Ohne die ruhige Achtsamkeit beim Essen geht das Schmauen bei mir gar nicht.

Woche 3: Wieder zu Hause finde ich nicht so richtig rein. Wir haben zum Sommerausklang mehrfach Besuch und ich koche begeistert meine Lieblingsspeisen …
Es gibt einige Dinge, die sich schlecht schmauen lassen. Gaspacho zum Beispiel, so wie alle pürierten Gemüsesuppen. Oder Topfenstrudel. Oder Polenta. Oder Reis-Congee. Ich finde es mühsam, Suppen und sehr weiches Essen so lange im Mund zu behalten. Habe mir angewöhnt, immer ein Stückchen Hartes dazu zu essen, bzw. zwischendrin nachzuschieben. Ein kleines Eckerl Brotrinde, ein Stück rohe Gurke oder Zwiebel, eine halbe Mandel. Das fühlt sich trotzdem eher nach Arbeit an, weniger nach Genuss.
Aber ich gebe nicht auf. Wenigstens ist der Reflux nicht mehr zurück gekehrt. Heute fang‘ ich wieder an.

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6 Gedanken zu “schmauen reloaded

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    Vielen Dank für deinen Hinweis zum schmauen. Ich hatte letzte Woche wieder eine Darmuntersuchung, meine Divertikulitis ist wieder da. 3 Monate habe ich es geschafft ordentlich zu kauen, Körner zu meiden , kein Zucker! Heute kaufe ich mir das Buch und hoffentlich lerne ich damit bewusster zu essen und zu kauen. Vielen Dank für deinen Hinweis. Uli

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      Liebe Uli,
      Oh, das wäre fein, wenn du dich für das Schmauen erwärmen könntest! Ich bin ganz gut dabei, nicht 100%, aber doch so, dass ich keinerlei Magenprobleme mehr habe.
      A propos Divertikulitis: Bei der Darm-Sendung von Barbara Stöckl war der Josi Prokopetz mit eben diesem Problem. Er erzählte, dass er auf ärztliches Anraten genau diese löslichen Ballaststoffe jeden Tag nimmt wie du. Das sei bei D. das richtige.
      Gut Schmau 😉
      Judith

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  2. 0

    Achja, das Schmauen. Es ist sooo einfach und sooo genial!
    Und trotzdem so schwer durchzuhalten. Mir ging’s genau so wie dir – plötzlich war ich wieder im alten Muster.
    Ich glaube, ich fang mal mit EINER Schmau-Mahlzeit pro Tag an, das scheint mir realistisch 😉

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      Ja genau. Einfach und doch nicht soo leicht. Im Moment bin ich in der richtigen Energie dafür, hurra! Und eine Mahlzeit so essen dass frau alle Zeit der Welt damit hat – das ist ein großer guter Schritt, oder? Toi, toi, toi!

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        War gerade eine Woche auf Korfu … wenn man jeden Tag vor einem leckeren Buffet steht, nichts selbst zubereiten muss und Zeit zum Essen hat, noch dazu in allernettester Gesellschaft, ist es natürlich leichter, zu schmauen als zuhause … hab von einer Teilnehmerin die Rückmeldung bekommen, dass sie noch nie jemanden gesehen hat, der so achtsam isst wie ich. *** Freufreu ***

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          Hey, gratuliere! Schönes Kompliment. Das mit dem Buffettessen mache ich auch gerade auf einer Ferienwoche in der Südsteiermark, aber leider nicht so doll wie du. So viele herrliche steirische Schmankerl und so viele nette Leute – da esse ich und plaudere und esse und plaudere und dann gibt es noch etwas das ich unbedingt kosten muss … mein schmauen ist da ehrlich gesagt ein wenig in den Hintergrund geraten. Aber morgen geht es wieder los, das ist mein freufreu

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