topfenstrudel, hmm!

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Einen guten alten Topfenstrudel von A bis Z selbst zu fabrizieren, liebe Leserxs, ist die hohe Kunst der Angstbewältigung. Das ist kein Scherz. Aber ein Genuß ohnegleichen …

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Die Reise ins  Köchinnen-Abenteuerland beginnt für mich schon mit dem Strudelteig. Selbstverständlich kaufe ich diesen nicht, sondern stelle ihn selbst her, ziehe ihn eigenhändig hauchdünn aus und rolle ihn dann schwungvoll in die Pfanne, klar? Denn nichts, aber auch gar nichts geht über die sanften Krusten und butterigen Fältelungen eines selbstgemachten Strudelteigs, da kommen keine gekauften auch nur in die Nähe. Und es ist auch gar nicht so schwierig. Man muß halt seine Ängste bezwingen …

Für den Teig nehme ich drei gut gehäufte Eßlöffel universal Weizenmehl, etwa 1/8 liter lauwarmes Wasser,  zwei Eßlöffel Öl und eine größere Prise Salz. Es muß Weizenmehl sein, unbedingt. Wenn Sie Dinkelmehl nehmen schaut der Teig zwar gut aus, verhält sich aber beim Ausziehen wie ein feuchter, alter Lappen und reißt sofort. Unten sehen Sie meinen allerletzten Versuch, Strudelteig mit Dinkelmehl hinzukriegen. Sowas wollen Sie nicht auf Ihrem Küchentisch haben, liebe Leserxs, glauben Sie mir.

Für einen gelingenden Strudel also Mehl, Wasser, Salz und Öl in die Küchenmaschine mit Knethaken geben und einfach laufen lassen. Nach ein paar Minuten sollte der Teig einem sanften Druck elastisch nachgeben, leicht glänzen und ein ganz klein wenig an Ihren Fingern kleben bleiben, wenn Sie ihn aus der Maschine holen. Kann sein, dass Sie noch Wasser oder Mehl in homöopathischen Dosen nachgeben müssen, damit er perfekt wird. Bestreichen Sie die Teigkugel mit etwas Öl, damit er nicht austrocknet und lassen Sie ihn zugedeckt mindestens eine Stunde im Kühlschrank ruhen.

Für die Füllung haben Sie die Wahl:

1. Wenn Sie Ihren Topfenstrudel gerne saftig und topfig haben möchten, nehmen Sie zwei ganze Eier und schlagen diese mit 3 Eßlöffeln Zucker sehr schaumig. Dann schalten Sie die Küchenmaschine auf langsam und mischen Sie einen Eßlöffel Rum, eine Prise Salz, 500 g Topfen (bio, nicht fettarm) und ein halbes Päckchen Vanillepuddingpulver unter. Fertig.

2. Wenn Sie die Topfenfülle lieber leicht und fluffig, souffléartig haben möchten, nehmen Sie drei Eier und schlagen das Eiweiß mit 2 Eßlöffeln Zucker sehr steif. Alles weitere geschieht händisch. Vermischen Sie in einer zweiten Schüssel die Eidotter mit einer Prise Salz, etwas Rum und 500 g Topfen und heben das Gemisch vorsichtig unter den Schnee. Am Ende einen Eßlöffel Zucker mit einem halben Päckchen Vanillepuddingpulver vermischen und sachte unterheben. So entsteht eine feine, fluffige Creme.

Wenn Sie noch nie einen Strudelteig ausgezogen haben, sehen Sie sich ruhig auf youtube ein paar entsprechende Küchenvideos an. Es gibt hunderte davon und bei mir bewirken sie, dass ich allein von Zusehen schon geschickter werde; als ob meine Hände motorisch autonom mitlernen würden…

Für das Finale schmelzen Sie etwa 5 dag Butter in einem Pfännchen und legen Sie einen Küchenpinsel bereit. Breiten Sie ein großes Geschirrtuch oder ein kleines Baumwolltischtuch auf die Unterlage aus und bestreuen dieses mit Mehl. Rollen Sie den Strudelteigkugel mit einem Teigroller etwa Pizzagroß aus. Natürlich können Sie sich spielen wie ein Profikoch und den Teig über Ihre Handrücken balancieren und ausdehnen… das kann atemberaubend sein, sage ich ihnen. Dann fahren Sie mit Ihren Händen immer wieder unter den Teigrand und ziehen in sanft größer und größer und größer – bis Sie darunter eine Zeitung lesen könnten. So hat es jedenfalls meine Oma immer gehalten. An guten Tagen kriege ich den Teig groß wie „Die Zeit“, an anderen nur wie ein österreichisches Kleinformat. Egal. Die allzu dicken Ränder schneide ich am Ende einfach mit der Schere runter, zack und fertig. Den ausgezogenen Teig mit warmer Butter beträufeln, das macht ihn so unwiderstehlich knusprig …

Die Topfencreme wird auf etwa ⅓ der Teigfläche verteilt. Auf dem Foto habe ich noch ein paar Marillen draufgelegt, das schmeckt hervorragend. Obst im Topfenstrudel muß mit ein wenig Gries oder Bröseln bestreut werden, damit der Saft aufgefangen wird.

Dann nehmen Sie das Tuch und rollen den Strudel auf. Die dicken Enden mit der Schere abschneiden. Das Tuch anheben und den Strudel in die eingebutterte Pfanne rollen lassen. Die restliche warme Butter drüberstreichen und bei etwa 180 Grad etwa eine Stunde backen. Diese Menge reicht für vier normale Esser als Hauptgang oder für den Herrn kk und mich, wenn wir  wirklich gut drauf sind …

Vielleicht, liebe Leserxs, ist Ihre Angst vor Milchprodukten oder Weizenmehl ja unbezwingbar. Aber wenn nicht – das Verhältnis von Eiweiß, Fett und Kohlehydraten ist in diesem Rezept ziemlich gut, finde ich. Und noch etwas kann ich Ihnen versprechen: das Verhältnis zwischen Selbermacherstolz und Geschmack ist exquisit :-))

Mahlzeit, wünscht
jkk

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